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MTB News > Mai 2012
Rothaus Singen Bike-Marathon / DM-Marathon am 6. Mai - Tim Böhme, sein Traum und viele Favoriten
Vor der neunten Deutschen Marathon-Meisterschaft im Rahmen des Rothaus Singen Bike-Marathon gibt es bei den Herren eine große Anzahl potenzieller Medaillenkandidaten. Lokalmatador Tim Böhme dürfte am Sonntag (10.30 Uhr) auf den 94 Kilometern aber der Gejagte sein.
Sieben Mal ist Tim Böhme beim Rothaus Singen Bike-Marathon gestartet, sieben Mal hat er gewonnen, aber beim achten Mal ist alles anders. Diesmal geht es um die Deutsche Marathon-Meisterschaft. In seiner Heimatstadt. Und Böhme war noch nie Deutscher Meister. Musste 2008 aus gesundheitlichen Gründen passen, als die DM schon mal in Singen ausgetragen wurde. Mit seinen Ergebnissen 2011, EM-Bronze und Rang vier bei der WM, hat er sich inzwischen in die erste Reihe der deutschen Marathon-Biker aufgeschwungen. Kein Wunder, dass alle Augen auf Tim Böhme gerichtet sind.
„Singen wird schon speziell für mich. Es ist ein Traum, den Titel dort zu gewinnen. Ein zweiter Platz wäre aber auch schon so was wie eine Niederlage“, sagt Böhme. Das klingt nach einer Menge Druck, die auf dem Singener lastet. „So aufgeregt, wie in früheren Jahren bin ich nicht mehr. Ich habe seit letztem Jahr mehr Vertrauen zu mir selbst, ich kriege das besser gehandelt“, sagt Böhme. Sorgen machte ihm Mitte der Woche eher der Umstand, dass es beim Gardasee-Marathon nicht lief wie gewünscht. „Mir hat die Frische gefehlt, das verunsichert mich ein bisschen. Aber insgesamt bin ich zuversichtlich“, sagt Böhme. Der zweifache Deutsche Vizemeister (07 und 09) sieht in Bulls-Teamkollege Karl Platt (Osthofen), im zweifachen Titelträger Hannes Genze (Sindelfingen), aber auch in Markus Kaufmann (Meckenbeuren) und Robert Mennen (Nörvenich) seine wichtigsten Konkurrenten.
Käß mit einem Auge beim Weltcup
Der dreifache Deutsche Marathon-Meister Jochen Käß (Bietenhausen) hat mehr den Weltcup eine Woche später im Visier. „Ich werde schauen, wie es geht. Wenn es gut läuft, dann fahre ich um den Titel mit. Wenn nicht, werde ich die Vorbereitung auf den Weltcup nicht gefährden“, sagt Käß. Im Zweifel könnte er auch seinen Multivan-Merida-Teamkollegen Hannes Genze unterstützen. Genze konnte am Gardasee nicht ganz mit der Spitzengruppe mitgehen und bog deshalb zur „Ronda Grande“ ab, die er dann auch gewinnen konnte. „Ich hoffe, ich kann um die Medaillen mitfahren“, sagt Genze, der in den vergangenen Wochen über Lungenprobleme klagte. Die haben sich aber merklich gebessert, so dass er zuversichtlich ist, der Konkurrenz auf einer Strecke, die ihm durchaus entgegen kommt, Paroli bieten zu können.
Team Bulls: Nicht gegeneinander, aber auch nichts verschenken
Karl Platt kämpfte am Gardasee mit Magenproblemen. „Dadurch hat es mir den Stecker gezogen, zum Schluss lief es dann aber wieder gut“, erzählte Platt. Der 34-Jährige hat sich vor vier Jahren in Singen seinen bisher einzigen DM-Titel geholt. „Die Erinnerungen geben einem schon etwas, aber reproduzierbar ist das natürlich nicht. Das Rennen kann ganz anders laufen, ich bin aber guter Dinge und motiviert“, sagt der vierfache Cape-Epic-Sieger. Im Blick auf seinem Teamkollegen Tim Böhme findet er die gleichen Worte, wie der. „Es ist eine Meisterschaft und jeder will den Titel. Wir werden sicher nicht gegeneinander fahren und uns gegenseitig unterstützen, wenn es die Möglichkeit gibt. Zum Schluss wird es aber nicht so sein, dass irgendjemand was zu verschenken hat“, meint Platt, der aber auch nicht damit rechnet, dass es zu einem Finale zwischen ihm und Böhme kommt.
Robert Mennen, der sich durch seinen Sieg bei der Sparkasse Trans-Zollernalb im vergangenen September und durch seinen starken Auftritt bei der Cape Epic einen Namen in der Marathon-Szene gemacht hat, blickt als Einzelkämpfer des Topeak-Ergon-Teams auf die Konkurrenz. „Ich bin mal gespannt, ob es für von Vorteil ist, Teamkameraden zu haben. Ich denke aber, dass sie mich auch erst mal abhängen müssen. Ich bin schon optimistisch, die Form ist gut“, erklärt Mennen.
Böhme von Kaufmann beeindruckt
Mit auf der Rechnung steht auch Markus Kaufmann, der sich in diesem Frühjahr in starker Verfassung präsentiert hat. „In Münsingen hat er mich beeindruckt, der hat eine super Form“, sieht Tim Böhme den Centurion-Vaude-Fahrer als Medaillen- vielleicht sogar als Titelkandidat.
Mit einem Fragezeichen versehen sind die beiden Blacktusk-Fahrer Torsten Marx (Hechingen) und Matthias Leisling (Mehring). Beide gehören zum erweiterten Favoritenkreis, ein echtes Aufeinandertreffen mit der oben genannten Konkurrenz gab es in dieser Saison aber noch nicht. Deshalb ist deren aktuelles Leistungsvermögen schwer einzuschätzen. „Am Sonntag? Vollgas!“. Das war das Statement von Torsten Marx nach dem Bundesliga-Rennen in Heubach. Er hat 2007 schon mal DM-Bronze gewonnen.
Matthias Leisling war schon zweimal Vierter, weshalb sich seine Zielstellung fast schon von alleine erschließt. „Ich will eine Medaille“, sagt Leisling. Außenseiterchancen kann man auch Steffen Thum (Aalen), Simon Gegenheimer (Remchingen), Christian Schneidawind (Gerbrunn) einräumen. Nicht erwähnt ist hier Stefan Sahm (Mössingen), Vizemeister von 2008, der zuletzt nicht die beste Verfassung aufwies und auch nicht Titelverteidiger Moritz Milatz (Freiburg), der zugunsten der Vorbereitung auf den Weltcup in Nove Mesto (Tschechien) in Singen nicht an den Start gehen wird.
Weitere Informationen auf www.singen-bike-marathon.de

